Elektrozäune

Diese Zaunart ist für den Benutzer oft die einfachste Lösung. Lange Zaunstrecken können damit betrieben werden und Batterien mit Solarpanel verlängern die Kontrollintervalle zusätzlich.

Solche Zäune zerstückeln den Wildlebensraum und schränken den Zugang zu Futterflächen oder die Benutzung der Wildwege deutlich ein. Gerade bei Hochleistungs-Elektrozäunen wagen sich Wildtiere oftmals noch nicht mal in die Nähe, wenn sie früher damit einen Stromschlag bekommen haben.

Solche Hochleistungzäune kommen nur in Ausnahmefällen und Gebieten ohne Wildtiere in Betracht.



Weidenetze


Aufgrund der besonderen Gefahren durch Weidenetze kommt diese Technik nur bei täglich überwachten Flächen in Betracht. Auf unüberwachten, weit entfernten Weideflächen oder das Stehenlassen ohne Viehbesatz ist extrem gefährlich.

Dieses Zaunsystem wirkt wie ein Fangnetz und alle Tiere, die sich darin verheddern haben kaum eine Chance, daraus zu entkommen. Stehen die Netze zusätzlich noch unter Strom, ist es für das gefangene Tier eine besondere zusätzliche Qual.

Solche Weidenetze – mit oder ohne Stromführung – sollten nur in stetig überwachten Situationen und in Hofnähe als Nachgatter, beim Herdenschutz und auf hofnahen Weideparzellen verwendet werden. Die tägliche Kontrolle ist zwingend notwendig.

Entlang von Waldrändern und Gewässern oder im Bereich von Wildwechseln haben diese Wildtierfallen nichts zu suchen.

Falls sie dennoch eingesetzt werden, müssen sie ständig gut gespannt sein und müssen nach Ende des Weidegangs noch am gleichen Tag abgebaut werden.

Falls sie zusätzlich unter Strom stehen, müssen die untersten Drähte keinen Strom führen, um Kleintiere wie Hasen, Rebhühner oder Amphibien zu schützen.



Knotengitterzäune


Dieses Zaunsystem stellt je nach Maschenweite und Zaunhöhe für alle Wildtierarten ein nahezu unüberwindbares Hindernis dar. Im Wald werden sie zum Schutz der Jungpflanzen vor dem Wildverbiß verwendet und entlang der Autobahnen zum Schutz der Autofahrer vor Tieren, die auf ihren angestammten Wechseln unterwegs sind.

Je nach Maschenweite besteht die Gefahr, dass Wildtiere darin hängenbleiben und abstehende Drahtenden führen zu Stichverletzungen.

Solange diese Zäune regelmäßig überwacht und gepflegt werden, stellen sie unter allen Varianten noch eine relativ gute Möglichkeit dar. Gerade in dem Moment der fehlenden Kontrolle und bei Schäden an der Spannung oder Löchern im Zaungeflecht, werden sie aber sofort zu sehr gefährlichen Tierfallen. Daher ist bei Verwendung dieses Zaunsystems die Unterhaltungspflicht ernst zu nehmen.



Stacheldraht


Wild- und Weidetiere können sich an den Drahtstacheln verletzen. Loser Stacheldraht kann zu einer gefährlichen Situation führen. Stacheldraht wird dagegen meist für Standweiden bzw. dauerhafte stationäre Zaunbauten verwendet. Wildtiere gewöhnen sich an dieses Hindernis und schlüpfen auch meist problemlos zwischen den stramm gespannten Drähten hindurch. Meist wächst im Bereich des Stacheldrahtzauns auch eine höhere Grasvegetation, die als optische Barriere den Zaunverlauf schon auf weitere Entfernung anzeigt.

Verlotterte und ungespannte Stacheldrahtzäune erfordern immer wieder Opfer, insbesondere auch bei Greifvögeln und Eulen, die entlang des höheren Grasaufwuchses Beute suchen.

Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der Abstand zwischen den Drähten so groß wie möglich gewählt wird (mind. 50 cm), damit Wildtiere durchschlüpfen können und die Drähte dauerhaft gespannt sind.



Pferdelitze


Diese temporären Zäune stellen die häufigste Ursache für qualvollen Tod im Weidezaun dar. Meist bleiben sie nach dem Weidegang stehen und nur die Batterie wird abgebaut. Die Spannung läßt schon nach wenigen Monaten nach und Tiere verheddern sich in den Litzen. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen den Draht- und den Bandlitzen. Solche Zäune müssen zum Schutz der Wildtiere direkt nach der Beweidung abgebaut werden. Auch ein Niederlegen der Litze auf den Boden ist keine sachgemäße Lösung, weil sich Kleintiere verheddern. Diese Opfer finden sich nur selten, weil die Raubtiere wie der Fuchs die Ofer beseitigen, bevor der Mensch sie findet.




Der ideale Zaun

  • ist deutlich im Gelände erkennbar und für alle Tiere sichtbar
  • ist für Wildtiere durchlässig, damit sie ihre angestammten Wege und Wechsel benutzen können
  • verursacht keine Verletzungen und ist keine Tierfalle
  • wird nach Benutzung wieder ordnungsgemäß aus dem Wildtierlebensraum entfernt