Quelle: Kreisanzeiger vom 25. August 2026
Fabian und Maximilian Best erhalten den Umweltschutzpreis des Wetteraukreises. Seit über 15 Jahren setzen sie Maßnahmen für bedrohte Vogelarten um.
Wetteraukreis – Der Wetteraukreis würdigt auch in diesem Jahr besonderes Engagement für den Schutz von Natur und Umwelt. Mit dem Umweltschutzpreis werden die Wöllstädter Fabian und Maximilian Best ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt ihren langjährigen und außergewöhnlichen Einsatz für den Arten- und Naturschutz in der Wetterau. Eine Belobigung erhält die Natur- und Vogelschutzgruppe Wolferborn für ihr jahrzehntelanges Engagement zur Pflege und Entwicklung wertvoller Lebensräume.

Seit 1980
Der Wetterauer Umweltschutzpreis gehört zu den ältesten seiner Art in ganz Deutschland. Seit 1980 verleiht ihn der Wetteraukreis an Einzelpersonen, Organisationen, Verbände, Unternehmen und Kommunen, „die sich – ohne dazu verpflichtet zu sein – vorbildlich und beispielhaft um die Erhaltung oder Förderung unserer natürlichen Umwelt verdient gemacht haben und damit das Wohl der Allgemeinheit gefördert haben“. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 2000 Euro verbunden. Der Belobigte erhält 500 Euro. Die Preisverleihung ist für den 17. November im Plenarsaal des Kreishauses in Friedberg geplant.
Landrat Jan Weckler würdigt das Engagement der Preisträger, die von einer fachkundig besetzten Jury für die Verleihung des Umweltschutzpreises und der Belobigung vorgeschlagen und vom Kreisausschuss beschlossen wurden. „Der Schutz unserer Natur lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich mit großer Ausdauer für ihre Heimat einsetzen. Fabian und Maximilian Best sowie die Natur- und Vogelschutzgruppe Wolferborn zeigen eindrucksvoll, was durch kontinuierliches ehrenamtliches Engagement und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure erreicht werden kann.“
Von Ackerrandstreifen bis Wildäcker
Fabian und Maximilian Best engagieren sich seit vielen Jahren in besonderem Maße für den Arten- und Naturschutz in der Wetterau. Auf rund 1000 Hektar haben sie über mehr als 15 Jahre zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung von Lebensräumen umgesetzt – unter anderem Blühflächen, Ackerrandstreifen, Wildäcker und Hecken sowie Maßnahmen zum Schutz von Kiebitz und anderen Offenlandarten.
Besondere Bedeutung hat ihr Einsatz für das Rebhuhn. Als Gründungsmitglieder des Rebhuhnhegerings Wetterau haben sie maßgeblich dazu beigetragen, die Wetterau als Vorbildregion für den Schutz dieser stark gefährdeten Vogelart zu etablieren. Ihr Revier in Nieder-Wöllstadt gehört zu den ersten Kernrevieren, in denen seit 2010 systematisch Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen des Rebhuhns umgesetzt werden.
Auch in übergeordneten Projekten stechen die Brüder mit ihrem Engagement hervor. Im Rahmen des Projekts „Feldhamsterland Hessen“ konnten durch gezielte Maßnahmen wichtige Erfolge für den Erhalt der Population erzielt werden. Aktuell wirkt Fabian Best zudem federführend in einem vom Land geförderten Artenschutzprojekt zum Schutz bedrohter Wiesenbrüter in der südlichen Wetterau mit.
„Die Arbeit von Fabian und Maximilian Best zeigt, dass moderner Naturschutz dann besonders erfolgreich ist, wenn Landwirtschaft, Jagd und Naturschutz gemeinsam an einem Ziel arbeiten“, sagt Landrat Weckler.
Belobigung für Wolferborner Gruppe
Die Natur- und Vogelschutzgruppe Wolferborn wird für ihr mehr als 50 Jahre währendes Engagement zum Erhalt der Artenvielfalt ausgezeichnet. Der Verein hat rund fünf Hektar Flächen erworben und dort wertvolle Lebensräume geschaffen – darunter Feuchtgebiete, Flachwasserteiche und Streuobstwiesen. Auch ehemalige Trafohäuser wurden für den Naturschutz umgestaltet.
Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt im Steinbachtal, wo die Gruppe Feuchtbiotope und Mähwiesen pflegt. Darüber hinaus engagiert sie sich im Vogelschutz, bei der Pflege von Streuobstwiesen und in der Umweltbildung.
Durch die kontinuierliche Arbeit konnten laut Angaben des Kreises zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten erhalten beziehungsweise nachgewiesen werden.
